Jour Fitz

Der Taubenvergraemer lässt antanzen

Der Jour Fitz am 10.1. in Köln und am 11.1. in Berlin

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Kaum hatte ich den Jour Fitz ins Leben gerufen, war ich auch schon überfordert. Daran hat sich auch 3 Jahre später nichts geändert. Noch immer lade ich willkürlich Menschen aus dem Internet ein, damit sie ihre Lang- und Kurztexte vor Publikum vorlesen, und noch immer habe ich schon bald keinen Schimmer mehr, an wen ich überhaupt herangetreten bin, geschweige denn wer zugesagt hat. Dadurch kommt es ständig zu Unmut und ich tue so, als wäre mir das egal.

Soweit ich mich erinnere, werden auf unserer Showbühne diesmal im 4010 Berlin und einen im 4010 Köln folgende seltsame Kreaturen aus den Weiten des Internets auftreten:

10.1 um 19 Uhr in Köln:

Hanna Donath (@kuhmuh) liest aus ihrem Roman “Wem die Nacht gehört”

Sylvia Oberstein (@serotonic) wird live Tabletten gegen soziale Ängste einwerfen und hoffen, dass es schnell besser wird.

Andreas Donath (@kaal) kommt extra aus München, um doch wieder vergessen zu werden.

@PlanC_ (Carsten Kubicki) wird aus seiner Zeit als rechte Hand von Karsten Maschmeyer berichten.

@Menschette wird erzählen, was das alles eigentlich soll.

@Mogelpony fliegt extra aus Frankfurt ein, um es zu bereuen und wieder zurück zu fliegen.

Ansgar Oberholz spricht den Drogen zu und schläft im gleichen Hotel wie ich.

Und am 11.1. um 20 Uhr in Berlin:

Herr Arschhaarzopf (@Arschhaarzopf) referiert über Eliteförderung im Internet.

Mathias Richel macht irgendwas.

Steffen Ille liest Gedichte von Kurt Tucholsky.

Frederic Valin erzählt aus seinem aufregenden Leben in Berlin Reinickendorf.

Der Lyriker Jost Renner liest seine Gedichte.

Auch die beiden Erzfeinde @HerrVanBohm und @silvestah werden wohl ein paar Worte von sich geben. Geht aber angeblich schnell vorbei. Und Eilmeldung: @_miel auch.

Auf beiden Veranstaltungen wird zwar auch der @vergraemer zugegen, allerdings nicht sonderlich stören, sondern sein Buch wie Blei im Regal anbieten.

Kommen Sie. Verbreiten Sie die vorher die Kunde: Der Eintritt ist frei und die Getränke tatsächlich auch. Dem 4010 sei Dank.

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November 30th, 2011 at 11:44 pm

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Jour Fitz am 10.10.11 in Berlin und am 11.10.11 in Köln

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Die Besetzung für die beiden Jour Fitz’ stehen:

am 10.10. um 20 Uhr im 4010 - Telekom-Shop in Berlin

mit

Sebastian Rogler (Schneck)
@diewucht
@Kriminalistin
@Silvestah
@deef.

Und am 11.10. um 19 Uhr im 4010 - Telekom-Shop in Köln

mit

Anja Gottschling (@3×3ist6)
Michael Bukowski (@mbukowski)
Franzi Katz (@im_wunderland)
Thomas Poppe (@derpoppe)

Kurzfristige Änderungen und/ oder Ergänzungen sind möglich. Falls ich einen Lesenden vergessen habe, dem ich schon zugesagt hatte, gebt Bescheid. Ich streite das dann ab.

Written by juf

September 7th, 2011 at 6:51 pm

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4.4. in Berlin/ 5.4. in Köln

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BERLIN. Montag, 4. April 2011 um 20 Uhr im 4010 Berlin Mitte. Eintritt und Getränke sind wie immer frei.

Mit Uli Hannemann, der einst vom Pflaumenbaum fiel, Schriftsteller wurde („Neulich in Neukölln“) und sich mal wieder nach Mitte traut.

Holger Reichard aka @wortmax, Autor, Netzwerker und Mitglied der Braunschweiger Lesebühne »Bumsdorfer Auslese«.

Frédéric Valin, der als @freval twittert und u.a. „Randgruppenmitglieder“ vorstellen wird - sowie

Thomas Pfeiffer, Hobbytexter, Beta-Blogger und Twitterer (@formschub) mit Schwerpunkt Kalauer.

Christian Bohm, der fleißige Twitter-Knabe aka @herrbohm.

Erasmus von Meppen, ohne den ein Jour Fitz kein Jour Fitz wäre.

KÖLN. Dienstag, 5. April 2011 um 19 Uhr im 4010 in der Ehrenstraße. Eintritt, Getränke und Inspiration sind frei

Mit Erasmus von Meppen, ohne den ein Jour Fitz kein Jour Fitz wäre.

Ingo Neumeyer, der seit 2010 jeden Tag ein Gedicht schreibt um den drohenden Weltuntergang aufzuhalten.

Judith Gliesche, die ihre Alltags- und Selbst-Beobachtungen auf Twitter als @judetta schildert und immer öfter auch Texte mit mehr als 140 Zeichen schreibt.

Anja Gottschling, auf Twitter als @3×3ist6 weltberühmt, die mit 2 X und einem Y Chromosom geboren wurde, da sich ihre Eltern bei der Bestellung des Prototyps unschlüssig waren.

Frédéric Valin, der als @freval twittert, und u.a. sein Buch “Randgruppenmitglieder” vorstellen wird.

Matthias Sachau, der deutschen Antwort auf Tommy Jaud, wenn Tommy Jaud nicht schon Deutscher wäre. Sein neues Buch heißt Linksaufsteher und erscheint Mitte April.

Carsten Kubicki, auf Twitter als @PlanC_ unterwegs und auch sonst etwas seltsam.

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März 27th, 2011 at 6:50 pm

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Das war der Jour Fitz vom 4.1.

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Danke für die Fotos an Das wilde Dutzend.

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Januar 15th, 2011 at 4:14 pm

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Jour Fitz Berlin am 10.1.11 im 4010

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Der erste Jour Fitz 2011. Am 10.1., 20 Uhr im 4010, Alte Schönhauser Straße 31 Berlin Mitte.

Diesmal mit Texten und Bildern von

@Im_Wunderland, Jörg Schwedler, Peter Dessin (@Wikipeter), Erasmus von Meppen, Das wilde Dutzend, den beiden Jungs vom Dia-Blog und dem wahnwitzigen Falko Hennig.

Mehr Infos gibt’s drüben auf Facebook oder im Blog des 4010.

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Dezember 14th, 2010 at 12:20 pm

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Resonanz auf den Jour Fitz Kiel

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August 18th, 2010 at 7:51 pm

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Handgemenge zum Bundesligastart

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Die Fußball-Bundesliga startet in ihre 16.545.443. Saison. Und der Jour Fitz hängt sich ganz plump dran:

Am 20.8. ab 19 Uhr, kurz bevor sich im Eröffnungsspiel Bayern München und Wolfsburg gegenüber stehen, lesen 5 selbsternannte Fußball-Experten ihre Geschichten zum Thema und beeindrucken zwischendurch in Sach-Diskussionen und wilden Handgemengen mit dem Publikum:

@Katjaberlin beharrt darauf, dass Hertha BSC ein ganz toller Fußballclub ist, der seinen Fans viel Freude bereitet.

Matthias Sachau, auf Twitter als @matthiassachau unterwegs (keine Ahnung wie er auf den bescheuerten Nichname kam), hat gerade das leider erfolgreiche „Wir tun es für Geld“ veröffentlicht und teilt mit Udo Lattek nicht nur das doppelte t.

Frédéric Valin, auf Twitter der @freval, schreibt für Spreeblick und erzählt ständig, er habe schon einen Bundesliga-Spieler vom Range Heiko Butschers getunnelt.

Tobias Schramm (@schlenzalot), der noch überhaupt nicht weiß, was er da eigentlich soll und sich so gut es eben geht mit dem HSV freut.

Jan-Uwe Fitz (@vergraemer). Nur so halt. Ist neidisch auf den Erfolg von Matthias Sachau, aber froh, dass er nicht @Schlenzalot ist.

Die Lesung im 4010 in der Alte Schönhauser Straße 32 in Berlin Mitte endet pünktlich um 20.30 Uhr, weil dann das Spiel Bayern gegen Wolfsburg live auf Großbild übertragen wird.

Eintritt und Getränke sind frei. Die Facebook-Gruppe gibt‘s hier.

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August 13th, 2010 at 1:23 pm

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Die nächsten Jour Fitz’

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Kiel, 13.8.2010, 19 Uhr. Es lesen @judetta, @annagrassi, @propinja, Matthias Winks (@mcwinkel) und Jan-Uwe Fitz (@vergraemer). Eine Veranstaltung im Rahmen des Kieler BarCamps. Camp 24/7, auf der Wiese an der Kiellinie, Höhe Reventloubrücke. Mehr Infos auf Facebook.

Berlin, 20.8.2010, 19 Uhr. Zum Saisonstart der Fußball-Bundesliga. Im 4010, Alte Schönhauser Straße 31, 10119 Berlin. Erst Lesung mit Frédéric Valin (@freval), Matthias Sachau (@matthiassachau), Tobias Schramm (@schlenzalot) und Jan-Uwe Fitz (@vergraemer), dann Live-Übertragung des Eröffnungsspiels Bayern München gegen VFL Wolfsburg. Eintritt frei, Getränke frei. Mehr Infos auf Facebook.

Und am 28.8. dann die Premiere der St. Obervergrämer Show im Oberholz Berlin. Auf der Bühne: Falko Hennig (@radiohochsee), Erasmus von Meppen, Tobias Schramm (@schlenzalot) und Jan-Uwe Fitz (@vergraemer). Und wahrscheinlich auch GQ-Kolumnistin und Bestseller-Autorin Paula Lambert. Mehr Infos auf Facebook.

Written by juf

August 1st, 2010 at 8:56 am

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Tote Tauben zucken noch

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Themensommerloch “Tauben”: Heute beschreibt @wurstegal (einst hieß sie @inez737) ihre einschlägigen Erfahrungen mit dem Federvieh. Lesen Sie selbst, was tote Tauben mit dem Erwachsenwerden zu tun haben.

Im Alter von neun Jahren war ich ja schon fast zehn und damit praktisch so gut wie erwachsen. Diese Erkenntnis wollte umgehend meinem Großvater mitgeteilt werden, der seinerseits erkannte, dass die fast erwachsene Enkelin nun endlich mal etwas von Bedeutung erleben müsse. Wenn Bedeutsamkeit gefragt ist, geben alle Großväter der Welt Antworten. Meiner auch.

Mein Großvater war einer dieser Männer, die am liebsten nur Söhne und Enkel bekommen hätten, weil man ja mit Mädchen so schrecklich wenig anfangen kann. Außerdem, und der Grund wog wahrscheinlich noch schwerer, müsste ja irgendjemand die ganzen Waffen, Geweihe, Hörner und ausgestopften Waldtiere erben. Mein Großvater war Jäger. Aber dadurch, dass ich meiner Großmutter immer in der Küche half und zeitgleich den Spagat schaffte, ihn beim Bau des Gartenhauses zu unterstützen, war ich bei weitem die männlichste aller Enkelinnen, ein Quasi-Enkel.

Eines nachts war meine Zeit gekommen. Um drei Uhr in der Früh weckte er mich, mit bedeutungsschwerer Miene. Wir brachten das Runterwürgen von Omas Hasenbroten hinter uns, die nach in Brotform gepresstem Wüstensand schmeckten. Hasenbrote sind mit einem Hauch Teewurst bestrichene Klappstullen, die zu einem schnellen Erstickungstod führen können, nimmt man nicht ausreichend Flüssigkeit dazu auf. Wir spülten Omas Hasenbrote mit lauwarmem Hagebuttentee herunter und überlebten knapp. Dann ging es los. Wir fuhren eine Stunde lang durch den anbrechenden Tag meinem ersten großen Abenteuer entgegen. Als wir am Erbsenfeld ankamen, warteten fünf Mitjäger auf uns. Dass mein Erwachsenen-Erlebnis nun etwas war, das mit frühem Aufstehen UND Omas Hasenbroten UND Jagd zu tun hatte, damit hatte ich irgendwie weniger gerechnet. Aber ich war damals nicht sonderlich wählerisch.

Es war noch ziemlich dunkel, als wir Zäune vor einem Busch aufstellten und mit einem Tarnnetz bespannten. Das war unsere Deckung, die wichtig war; denn Wildtauben sind scheu und fliegen kein Ziel an, in dessen Nähe sechs Jäger, ein Hund und ein in allernächster Bälde erwachsenes Mädchen stehen. Beim Aufstellen des Zaunes stellte ich mich wohl ziemlich dämlich an und wurde deswegen damit beauftragt, die Flinten aus den Autos zu holen und zu den Schützen zu bringen. Man waidmannsheilte und waidmannsdankte sich - ein Gruß den ich schon oft gehört hatte und endlich mal mitreden konnte. „Waidmannsheil“, sagte ich zu den Jägern und fand, dass ich schon ganz dazugehörte. Zu den Jägern, oder wenigstens zu den Erwachsenen. Die Jagd begann. Das heißt: Zunächst warteten wir. Und warteten. Danach warteten wir dann etwas. Und warteten. Übers Warten schlief ich ein. Ich wachte von Gewehrschüssen auf und erhielt noch im Aufwachen den Befehl, Patronen nachzureichen und mich um Großvaters Liebling zu kümmern, die latent inkontinente Hündin.

Ilka war der wohl am wenigsten zur Jagd geeignete Jagdhund aller Zeiten, ein dämlicher Münsterländer, der bei jedem Schuss jaulte und sich hinter mir versteckte. Ilka hatte viel zu viel Angst, ins Feld zu rennen und die von Schüssen durchsiebten Wildtauben zu apportieren, wie es eigentlich von ihr erwartet wurde. Als die Sonne aufging, ahnte ich, was Erwachsenwerden bedeutet: in Deckung gehen, Warten und auf Befehl das tun, was man auf keinen Fall tun will. Und zu wissen, dass Tauben auch dann noch zucken, wenn sie lange tot sind.

Written by juf

Juli 30th, 2010 at 8:35 am

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Von einer, die auszog, das Lesen zu lernen

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Am 13.8. wird sie zum ersten Mal vor einem Publikum lesen: die so seltsame wie bezaubernde @judetta. Aufgeregt ist sie natürlich schon heute. Lesen Sie selbst:

Ich bin ja selbst schuld. Ich habe es doch nicht anders gewollt. Es musste wohl so kommen.

Wobei, eigentlich wäre mir diese Idee alleine nicht einmal im Traum eingefallen und wenn ich mich ein bisschen bemühe, könnte ich die Schuld sicher auch meinen Eltern oder den Lehrern zuschieben. Hätten die mich nämlich besser (oder anders) erzogen, hätte ich heute kein Problem damit, nein zu sagen. Ich würde einfach jegliche Bitten abschmettern und fröhlich, aber einsam vor mich hin darben. Aber nein, dem ist nicht so, ich kann es einfach nicht, dieses „nein sagen“. Schlimmer noch, sobald jemand eine Frage stellt oder um Hilfe bittet, schlägt meine bisher sorgsam verheimlichte Hilfsbereitschaft Alarm, mein Arm schnellt von ganz allein in die Höhe, meine Hand schnipst, ich springe stuhlumwerfend auf und noch ehe ich begreife, was ich da schon wieder tue, höre ich mich sagen: „Hier, ich mach das. Klar, kein Problem, gerne.“ Auf diese Art und Weise bin ich schon zu den aufregendsten Abenteuern gekommen: Nachbars Katze hüten, Gärten umgraben, nächtliche Abholfahrten betrunkener Mitmenschen am Freitagabend, wenn ausnahmslos alle anderen Freunde auf der Party des Jahrhunderts sind, Kassentätigkeiten an Abenden, an denen man gerade erst aus dem Urlaub gekommen und zudem noch erkältet und verkopfschmerzt ist oder eben, wie jetzt, eine Lesung auf einer ganz echten Bühne vor ganz echten Menschen in Kiel.

Dummerweise gehöre ich auch zu den Menschen, die halten, was sie versprechen. Also werde ich mir keine fadenscheinigen Ausreden einfallen lassen, sondern, und das, obwohl ich wirklich so ziemlich jeden mir bekannten Hund gefragt habe, ob er nicht doch meine Texte essen möchte, in Kiel auf einer Bühne stehen und versuchen, die Menschen mit meiner Anwesenheit zu amüsieren – ob sie dann wegen mir oder über mich lachen, sei erstmal dahingestellt.

Grund dazu wird es vermutlich genug geben – ich kenn mich ja. Zum Beispiel wäre da meine ausgeprägte Fähigkeit, mich kurz vor jeglicher zwischenmenschlicher Begegnung zu bekleckern – nicht mit Ruhm, sondern bevorzugt mit heißen Getränken, die nicht nur hübsche Flecken, sondern auch Brandwunden verursachen oder mit besonders farbenfrohen Lebensmitteln, die sich gut von meiner Kleidung abheben.

Aber nehmen wir mal an, ich verschone mich auf wundersame Weise, etwa durch Nahrungsaufnahmeverweigerung, davon und schaffe es tatsächlich, fleckenlos die Bühne zu betreten. Spätestens beim zweiten Schritt wird sich mein linker Fuß im Mikrokabel verheddern, was mich zum Stolpern bringt. Halt suchend greife ich nach allem, was sich anbietet – als erstes nach der Bierflasche, die da neben dem Laptop steht. Genaugenommen stand, denn sie hält mich natürlich nicht, sondern kippt um und ergießt sich über die Tastatur des Laptops, der auf dem kleinen Tischchen in der Mitte der Bühne steht. Mein Auffangversuch scheitert natürlich kläglich, denn so sehr ich mich auch bemühe, das Tischchen zu erreichen – ich komm nicht ran. Weil nämlich mein Fuß immer noch im Kabel hängt, welches leider nicht lang genug ist, mich den Tisch erreichen zu lassen, aber meinem Gezerre auch nur bedingt standhält und letztendlich nachgibt. Und ich, nicht vorbereitet auf das plötzliche Nachgeben, falle. Und zwar samt jeglicher Technik, die sich entweder, durch ein Kabel verbunden, bereits an meinem Fuß befindet oder um mich herum aufgestellt war.

Sollte ich diesen Selbstanschlag (inklusive aus Wänden gerissenen Stromkabeln auf biergetränktem Boden) überraschend doch ohne Kurzschluss und Stromschlag überlebt haben, finde ich sicherlich noch eine weitere Möglichkeit, mich bis auf die Knochen zu blamieren. Den Text vergessen? Höchstens die Ausdrucke, aber weil ich sowas ja im Vorfeld befürchtet hatte, habe ich vorsorglich alle Texte per Mail nochmal an mich selbst geschickt und könnte sie in diesem Fall auch vom Bildschirm ablesen, wenn ich nicht durch meine versehentliche Enttechnisierung der Bühne jegliche Möglichkeit auf Internetzugang zerstört habe. Viel wahrscheinlicher ist, dass mein Lese- und Sprachzentrum vor lauter Aufregung einfach komplett blockieren und ich kein einziges Wort über meine Lippen bringe. Da steh ich nun, hochroten Kopfes, und abgesehen davon, dass sich mein Mund öffnet und schließt wie bei einem gejagten Karpfen und meine Augen rollen, als würden sie jedem Schnellschleudergang der Waschmaschine den Rang ablaufen wollen, passiert … nichts.

Aber keine Sorge, wenn dem wirklich so ist, werde ich zusehen, dass ich mich schnellstmöglich und ohne weitere Vorkommnisse von der Bühne entferne, sobald ich mit meinem Körper alle faulen Eier und überreifen Tomaten abgefangen habe, die nach mir geworfen werden.
Also: Packt eure Freunde ein, genügend Tomaten, Eier und Schuhe mit Gummisohlen, welche vor Stromschlägen schützen, und kommt alle, das wird ein Spaß!

Übrigens: wenn dies so eintritt und wirklich gar nichts mehr geht, werde ich während der Lebensmittelwurfminuten eine Squaredance Performance zum Besten geben, die ich extra für diesen Fall und dank Youtube noch schnell einstudiert habe.

Mehr über die Veranstaltung in Kiel: Auf Facebook.

Der nächste Jour Fitz in Berlin: am 20.8. im 4010 in Mitte.

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Written by juf

Juli 24th, 2010 at 2:50 pm

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