Innenarchitektur

Innenarchitektur, ein Leitfaden

Innenarchitektur dreht sich um die Gestaltung von Innenräumen. Ein Innenarchitekt ist so gesehen kein richtiger Architekt. Das Wort Architekt kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Baumeister. Ein Innenarchitekt hingegen baut nichts, sondern formt existierende Innenräume in schon existierenden, oder geplanten Bauten. 

In Englisch nennt man diesen Beruf auch nicht Architekt, sondern Interior Designer. Das ist mehr zutreffend. 

Innenarchitektur ist dennoch eine komplexe Affäre. Besonders wenn es um größere und öffentliche Gebäude geht. Dort geht es darum Innenräume zu schaffen, die von vielen Menschen mit unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund benutzt werden. Und alle, ungesehen ihrer persönlichen Präferenzen sollen sich am besten in diesen Räumen wohlfühlen. 

Eines der wichtigsten Aufgaben eines Innenarchitekten ist es, den richtigen Stil zu finden. Ein Stil ist hier eine Ansammlung von formellen und informellen Konventionen, die in eine höhere Einheit aufgehen. 

Farben, Formen und Materialien 

Im Grunde genommen kann man die gesamte Innenarchitektur auf eine Kombination von Farben, Formen und Materialien einkochen. Ein Stil ist dann ein Satz Regeln um diese Kombinationen zu kontrollieren. Aber ganz so einfach ist es in Wirklichkeit natürlich nicht.  

Hier ein paar Beispiele  der wichtigsten Elemente der Innenarchitektur: 

Möbel: 

Das Wort Möbel kommt aus dem Lateinischen „mobil“ was so viel heißt wie „beweglich“. Möbel sind also Dinge, Einrichtungsgegenstände, die sich bewegen lassen. Damit ist nicht, wie es heute sehr üblich ist, gemeint, dass man Möbel einfach wegwirft wenn man sie nicht mehr leiden kann. Dies ist ein eher neues Phänomen. Die ersten Möbel waren Truhen. Einfache Behälter zur Aufbewahrung von Kleidern, Gebrauchsgegenständen, Lebensmitteln oder Schätzen. Heute sind Truhen in westlichen Kulturkreisen etwas aus der Mode gekommen. Doch bei weitem nicht überall in der Welt. 

Teppiche: 

Die ersten Teppiche waren Tierfelle. Ein Teppich ist eine Art von Bodenbelag. Heute, in modernen Wohnungen mit Zentralheizung oder sogar Fußbodenheizung ist ein Teppich nicht mehr so notwendig und mehr Dekoration als Nutzgegenstand. In früheren Zeiten waren Teppiche doch sehr empfehlenswert, um kalte Böden zu isolieren. Ein Teppich dient jedoch nicht nur der Wärmeisolierung sondern auch zur Geräuschdämpfung. Diese Funktion ist so aktuell wie immer.  

Gardinen und Vorhänge 

Gardinen und Vorhänge dienen dazu um Privatsphäre zu schaffen, und/oder vor dem Einfall von Sonnenlicht zu schützen. Der Bedarf um neugierige Augen vom Wohnraum fernzuhalten entstand in erster Linie im Zuge der Entwicklung von Städten. Dort wohnt man eben so nahe aufeinander dass dies wünschenswert ist. Im Mittelalter waren durchsichtige Glasfenster ein für die meisten unerschwinglicher Luxus. In späteren Perioden wurde Glas billiger, Fenster größer und Vorhänge notwendig. In Holland hat das Königshaus auf diese Entwicklung gleich mit einer „Gardinensteuer“ reagiert. 

Tapeten und Wanddekoration 

Wände in Innenräumen zu bemalen war nicht nur ein Luxus- und Statussymbol. Innenräume wurden gekalkt um Ungeziefer unter Kontrolle zu halten und die Wände zu desinfizieren, lange bevor man von Mikroben und Krankheitskeimen etwas ahnte. 

Später kamen dann Tapeten, vermutlich aus China. Dort war das Bekleiden von Wänden, Fenstern und Türen schon seit Jahrtausenden eine Tradition der Innenarchitektur. 

Heute gibt es eine ganz enorme Vielfalt von verschiedenen Wandbekleidungen.